Jede Ausstellung ist eine Momentaufnahme eines Prozesses. In dieser Galerie teile ich mit dir Impressionen aus einer Auswahl meiner bisherigen Einzel- und Sammelausstellungen. Meine Werke fanden in den vergangenen Jahren in vielfältigen Kontexten einen Raum – von der intensiven Zusammenarbeit im Kunstverein Kunstkompass Garching Nord e.V. bis hin zu regionalen Kunst-Hotspots in ganz Oberbayern.
Meine Stationen im Überblick: Ob in der Metropolregion München und Garching, im Norden in Moosburg oder im Süden rund um den Starnberger See und Bad Tölz – der Austausch mit dem Publikum ist der Treibstoff für meine Arbeit. Auch in meiner näheren Heimat rund um Landsberg am Lech und den Ammersee durfte ich meine Zyklen bereits in verschiedenen Rahmen präsentieren.
„Ein Werk ist erst dann vollendet, wenn es den Blick des Betrachters trifft.“
Metamorphosen des Ichs
Eine dreiteilige Porträtserie in Mixed Media
Diese drei Bilder entstanden nicht am Schreibtisch und nicht im sterilen Atelier. Sie begannen draußen – im Wald, am Strand, in den Taschen und Schubladen des gelebten Alltags. Jedes Fundstück, das in diese Werke einfloss, wurde berührt, bevor es geklebt wurde: Moos zwischen den Fingern, eine Muschel aus Sizilien, ein weggeworfener Knopf. Der Prozess des Sammelns ist bereits Kunst – ein achtsamer Akt der Wahrnehmung. Die drei Porträts folgen einer inneren Reise: von den Wurzeln, die uns halten und manchmal fesseln, über die Masken, die wir tragen, bis hin zum Moment des Loslassens. Mixed Media ist hier keine Technik – es ist eine Haltung.
Bild 1 — »Was bleibt«
Technik: Mixed Media (Acryl, Industriekarton, Kunstfasern, Waldmoos, Baumrinde, Flechten, Plastikseile, Pfeifenreiniger, Schnecke), 70 x 50 cm • 2026
Ein Kindergesicht, in kräftigem Kobaltblau auf rohen Industriekarton gezeichnet – klar, ernsthaft, fragend. Um es herum das ganze Gewimmel unserer Zeit: Plastik, Farbe, Synthetik, Dreck aus der Tasche der Konsumgesellschaft. Und darunter, unter allem: die Erde. Moos. Rinde. Etwas, das schon da war, bevor wir anfingen zu produzieren. Dieses Porträt fragt nicht anklagend – es erinnert. Die nächste Generation wird das Erbe tragen, das wir hinterlassen. Der Blick des Kindes hält uns fest und stellt die Frage, die wir nicht gern hören: Was hinterlassen wir?
Bild 2 — »Die Maske«
Technik: Mixed Media (Acryl, Karton, Moos, Flechten, Platinen, Knöpfe, Würfel, Wackelaugen, Federn, Papier, Naturmaterialien), 70 x 50 cm • 2026
Jeden Morgen wählen wir eine Maske. Manchmal wissen wir es. Meistens nicht. Wir tragen die Profil-Maske des Linkedin-Ichs, die Lächeln-Maske beim Job, die Stark-Maske vor den Kindern. Diese Masken sind nicht lüge. Sie sind Schutz. Sie sind Funktion. Sie halten uns zusammen, wenn wir fürchten auseinanderzufallen. Aber was passiert darunter? Dieses Bild zeigt es: Da ist ein Gesicht. Dunkel, still, kaum sichtbar. Und aus diesem Dunkel heraus – grüne Lippen. Die Farbe des Lebendigen. Die Natur gibt nicht auf, selbst wenn wir sie zu überdecken versuchen.
Die Wackelaugen auf der Maske sind das Verstörende an diesem Bild. Sie schauen. Immer. Von überall. Das Netzwerk beobachtet uns, auch wenn wir schlafen. Auch wenn wir schweigen. Auch wenn wir ‚tun, als ob‘. Der Würfel – das Zufallselement – erinnert uns: Manchmal wählen wir die Maske nicht. Manchmal wird sie uns zu gewürfelt. Die Maske schützt und engt ein zugleich – wie alle Rollen, die wir im digitalen Netzwerk spielen.
Bild 3 — »Loslassen«
Technik: Mixed Media (Acryl, Strukturpaste, Garne, Goldfolie, Muscheln, Natur- und Kunstfasern) auf Leinwand, 50 x 70 cm • 2026
Es gibt einen Moment. Du kennst ihn. Den Moment, wenn du dich dem Wasser überlässt. Wenn du aufhörst zu strampeln. Wenn du merkst, dass dich das Wasser trägt – es hat das immer getan, du hast es nur nicht geglaubt. Die Frau liegt zwischen zwei Welten: oben das Licht, das warme Gelb des Himmels – unten das Blau, das Wasser, das Tiefe. Sie gehört zu beiden. Das Gesicht ist ruhig wie eine Wasseroberfläche, die nicht mehr berührt wird. Rechts oben: eine Taube. Kein großes Symbol, keine Geste – sie ist einfach da, in dieser stillen Ecke des Bildes, als wäre sie schon immer dort gewesen. Frieden braucht keine Erklärung. Die Muscheln kamen aus Sizilien. Sie tragen das Gedächtnis des Meeres in sich – eines Meeres, das schon da war, lange bevor unsere Unruhe begann. Das Gold in den Haaren ist kein Schmuck. Es ist das Aufleuchten von etwas, das sich löst.
Ausstellung BobArts "Wendepunkt" Galerie des Bezirks Oberbayern, München , März/April 2023
Ausstellung Kunstverein Kunstkompass München Nord e.V.: "Zwischen Himmel und Wasser" VHS Moosburg, Juli 2018
Ausstellung Kunstverein Kunstkompass München Nord e.V.: "Fenster", Bücherei Garching, Sept. - Okt. 2017
Einzelausstellung Hypovereinsbank-Clubgalerie, München, Sept. - Dezember 2009
Einzelausstellung Schlossberghalle Starnberg, "Lyrische Landschaften", Februar 2007, Vernissage 14.2.2007 mit Laudatio von Friederike Lauteren und Musikalische Umrahmung: Hans Reidel und die New Orleans Joymakers
Einzelausstellung in der Sparkasse Landsberg, April 2006