„Viele Menschen sind nicht erschöpft, weil sie zu viel arbeiten. Sie sind erschöpft, weil ihre Arbeit und ihr Sinngefühl nicht mehr im Einklang stehen.“
Diesen wertvollen Impuls zu Ikigai habe ich kürzlich gelesen und er bringt den Kern meiner Arbeit bei MindMoveArt auf den Punkt. Erfolg ist kein Ziel, das man jagt, sondern die logische Folge davon, wie sehr wir im Einklang mit uns selbst stehen. Wenn wir uns nur auf das „Tun“ konzentrieren, ohne die Verbindung zu unseren Werten und unserem Sinn zu pflegen, brennen wir aus. Handeln wir jedoch aus dieser inneren Bewegung heraus, wird die Arbeit selbst zur Kraftquelle.
Was ist Ikigai?
Ikigai ist ein jahrhundertealtes japanisches Konzept, das oft als „der Grund, morgens aufzustehen“ übersetzt wird. Es ist die Schnittmenge aus vier essenziellen Fragen:
-
Was liebst du?
-
Was kannst du gut?
-
Was braucht die Welt?
-
Wofür wirst du bezahlt?
In Japan ist Ikigai tief in der Kultur verwurzelt. Es geht nicht um das eine große Lebensziel, sondern um die kleinen Muster und die tägliche Ausrichtung. Menschen mit einem starken Ikigai verfügen über eine bemerkenswerte Resilienz und Lebensfreude, da ihr Tun ihre inneren Ressourcen nährt, anstatt sie zu erschöpfen.
Mein persönliches Ikigai: Die Verbindung von Kunst und Gesundheit
In meiner Praxis werde ich oft gefragt, was mich antreibt. Mein persönliches Ikigai ist die Kunst. Ich liebe den kreativen Prozess und beherrsche die Methoden, die ich vermittle. Doch für mich geht es um mehr als Ästhetik: Ich sehe darin einen wertvollen Beitrag für unsere Gemeinschaft.
In meinen Kursen, Workshops und Retreats verbinde ich die Kunst mit Elementen der Tiefenentspannung, des Yoga und der Bewegung. Für mich sind dies keine optionalen Extras, sondern essenzielle Elemente für die eigene Gesundheit und die Stärkung unserer inneren Ressourcen.
Wahre Erfüllung entsteht, wenn wir Freude und Spaß am Leben als Kompass nutzen. Wenn meine Arbeit dazu beiträgt, dass Menschen durch kreative Prozesse und Bewegung wieder in ihre Kraft finden, ist mein Ikigai erfüllt.
Neurobiologie trifft Philosophie: Warum Ausrichtung schützt
Warum ist diese Ausrichtung so wichtig für unsere Stressprävention? Handeln wir gegen unsere inneren Werte, befindet sich unser Nervensystem im Daueralarm. Wir leisten Widerstand gegen uns selbst. Finden wir jedoch unsere „innere Bewegung“ – unser Ikigai –, signalisieren wir unserem System Sicherheit. Arbeit fühlt sich dann nicht mehr wie eine Last an, sondern wie eine Berufung. Es ist ein Zustand, in dem wir die Zeit vergessen und unsere Energie natürlich fließt.
Fazit: Erfolg folgt der Ausrichtung
Erfolg ist für mich kein statisches Ziel. Er ist das Ergebnis davon, dass mein Wirken – meine Kurse und Retreats – Menschen dabei hilft, ihre eigene Freude am Leben (wieder) zu entdecken.
Reflexion für dich: Halte heute einen Moment inne und frage dich:
-
Was bereitet mir natürlich Freude?
-
Wo fühlt sich meine Arbeit nicht wie „Arbeit“ an?
-
Wie kann ich heute einen kleinen Moment der Ausrichtung finden?
Praktische Übung: Der „Ikigai-Check“ für dein Nervensystem
Die Ikigai-Körperreise (5 Minuten)
Diese Übung hilft dir, die Theorie des Ikigai in eine körperliche Erfahrung zu übersetzen.
-
MOVE – In den Körper kommen: Setze oder stelle dich aufrecht hin. Atme tief in den Bauch ein und beim Ausatmen lasse die Schultern sinken. Beweise deinen Nacken sanft von links nach rechts, um erste Spannungen zu lösen.
-
MIND – Die Resonanz-Frage: Schließe die Augen. Denke an eine Tätigkeit aus deinem Alltag, die du liebst und gut kannst.
-
RELAX – Wahrnehmen: Spüre nach: Wo im Körper nimmst du Weite oder Wärme wahr, wenn du an diese Tätigkeit denkst? (Das ist dein „Körper-Ja“ für dein Ikigai).
-
ART – Den Impuls festhalten: Nimm dir ein Blatt Papier und schreibe nur ein einziges Wort oder zeichne eine kleine Form (ein Symbol), die dieses Gefühl von Sinn und Freude repräsentiert.
Warum das wirkt: Wahre Ausrichtung entsteht nicht im Kopf, sondern durch die Rückkopplung mit deinem Nervensystem. Wenn dein Körper mit Entspannung auf einen Gedanken reagiert, bist du deinem Ikigai auf der Spur.

Kommentar schreiben